Die ersten Diamanten wurden in den Anschwemmungen des Flusses Golconda in Indien gefunden, die Zeit des Fundes ist jedoch genau bekannt. In einem Abschnitt des Steuerbuchs, das in Sanskrit geschrieben ist und das vom 4. Jahrhundert vor Christus stammt, erscheinen Vermerke, die beweisen, dass Diamant eine Kommodität war, mit der in Indien damals üblich gehandelt wurde.

Diamanten im Besitz der Herrscher und reichen Leute bleiben im rohen Zustand und vollkommen schöne Kristalle waren sehr hoch geschätzt. Diamant war sehr populär als Talisman dank seiner außergewöhnlichen Härte und weiteren ausgezeichneten Eigenschaften. Er war ein Symbol von Mut und Männlichkeit – also Eigenschaften, die rein männlich sind.

Die mystische Kraft der Diamanten wurde schon im alten Ägypten entdeckt, wo Tragen von Diamanten auf vier Fingern der linken Hand sicherstellen sollte, dass vena amoris („Liebesvene") aus den Fingern direkt ins Herz führt. Die Anbringung der Diamanten sowie des Diamantenstaubs auf den Fingerspitzen sollte einen direkten Weg zur Verbindung der Liebe mit Ewigkeit garantieren.

Die Diamanten wurden das erste Mal in Europa wahrscheinlich von Alexander dem Großen gebracht. Zuerst wurden sie eher als geheimnisvolle Rarität betrachtet, man hat ihnen magische und heilende Eigenschaften zuerkannt. Man sagt, dass Alexandr der Große zu dem Diamantental gekommen ist und sein mit Edelsteinen besäten Boden gesehen hat, die von riesigen Schlangen mit mörderischen Blicken bewacht wurden. Alexandr hat die Schlangen jedoch überlistet und er hat sich ihren Diamanten bemächtigt. Im alten Griechenland haben die Leute die Diamanten als „Tränen der Götter, die auf Erde gefallen sind" betrachtet. Um die Härte des Diamanten hervorzuheben, wurde er „adamas", unbesiegbar, genannt. 60 Jahre vor Christus schreibt Plinius über Diamanten in seiner Naturgeschichte. Der erste ungeschliffene Diamant erschien in Roma zwischen dem 1. und 3. Jahrhundert. Marco Polo erwähnt im 13. Jahrhundert Ormuy als persischen Hauptdiamantmarkt.

Der Hauptmarkt und das Zentrum der Diamanten in dem Westen waren in Venedig im 13. Jahrhundert. Seit Anfang des 13. Jahrhunderts haben die meisten europäischen Hauptstädte Geschäftskontakte mit Venedig aufrechterhalten. Und gerade von hier kamen die Händler mit Seide und Diamanten nach Bruggy. Bruggy war nicht nur Zentrum des Diamantenhandels, sondern auch Stelle, wo Diamanten verarbeitet wurden. Die Diamantenindustrie wurde sehr schnell größer. Dazu hat auch der Landsmann aus Bruggy Lodewijck van Berken, Erfinder des Diamantenschliffs, beigetragen.

Der Prozess der Diamantenbearbeitung wurde lange geheim gehalten. Erst im 14. Jahrhundert wurden klare Oktaeder auf einer Unterlage aus Holz oder Kupfer, die mit Diamantenstaub bedeckt wurde, poliert. Solches Verfahren wurde schon früher für Bearbeitung von anderen Edelsteinen und Elfenbein benutzt. Im Falle der Diamanten handelte sich um einen sehr langwierigen Prozess. Seit dem 15. Jahrhundert wurden die Methoden verbessert, man hat begonnen, unregelmäßige Kristalle mit Spaltverfahren aufzuteilen. Bei dem Schleifen wurde jedoch immer noch die Form des ursprünglichen Rohstoffes respektiert. Steine in der Form einer Pyramide wurden in Ringe eingesetzt. Der Hauptzweck der Bearbeitung war, den Diamant von Oberflächenunebenheiten und Mängel zu befreien. Solche Steine wurden in Fragmenten von Schmuck und in alter Keramik gefunden.

Die Erfindung des Schleifens auf einer Stahlunterlage, die mit Diamantenstaub bedeckt ist, gewährte den Schleifern mehr Möglichkeiten für die Bearbeitung der Steine: am Ende des 15. Jahrhunderts erschienen „Tabellenschliffe" in der Form von Rhombus, Quadrat, Rechteck oder Rosette.

Der direkte Weg nach Indien, der im Jahre 1498 von dem Seefahrer Vasco de Gama entdeckt wurde, hat das Handelszentrum aus Venedig nach Lissabon übertragen. Seit Ende des 14. Jahrhunderts wird Antwerpen zum Weltzentrum des Diamanthandels. Diamant ist ein vollkommenes Symbol der ewigen Bindung. Diese Tradition einer unendlichen Liebe wird seit einigen Jahrhunderten aufrechterhalten. Die ersten Erwähnungen über Schenken eines Diamanten als eines einzigen Liebessymbols stammen aus dem 15. Jahrhundert.

Die Tradition des Schenkens eines Diamantenrings als Verlobungsring begann der Erzherzog Maximilian von Österreich im Jahre 1477, als er einen Diamantenverlobungsring der Marie von Burgunden geschenkt hat. Seit dieser Zeit hat sich die Tradition der Diamantenverlobungsringe auf der ganzen Welt aus den aristokratischen Familien in Familien der Industriellen und in dem letzten Jahrhundert auch in Familien der „normalen Leute“ verbreitet.

In dem goldenen Zeitalter im 16. Jahrhundert war der Diamantenhandel hauptsächlich in den Händen der portugiesischen Juden und italienischen Händler.

Im 17. Jahrhundert begann die Ära des Schleifens von verschiedenen Formen. Die Diamanten wurden als Ovale, Tropfen, Marquisen und andere Formen geschliffen. Die Handwerker, die die Diamanten bearbeiteten, stammten jedoch aus Antwerpen und sie arbeiteten in den höchsten Hausetagen, wo es das beste Licht gab.

Bis Ende des 18. Jahrhunderts wurden die indischen Gruben ausgeschöpft, ungeachtet dessen auch trotz der Entdeckung der ersten Gruben in Brasilien in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts wurde die Prosperität von Antwerpen nicht wiederhergestellt.

Nach einem umfangreichen Experimentieren in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts kam Henry Morse in USA mit dem ersten modernen Brillantschliff. Dieser Schliff wurde später verbessert, mathematisch begründet und im Jahre 1919 in USA von Marcel Tolkowskiy beschrieben, der heutzutage als Erfinder des modernen Brillantschliffes angesehen wird.

Erstes Diamantenkartell De Beers

Im Jahre 1871 erteilten die Brüder De Beers, Inhaber einer kleinen Farm in Kimberley, den holländischen Diamantenjägern die Genehmigung, ihre Grundstücke zu untersuchen. Es hat sich gezeigt, dass sie voll von Diamanten sind. Diese Nachricht hat sich als Feuer verbreitet und die Farm wurde mit Schatzjägern belagert.

Die Brüder De Beers haben ihre Farm verkauft und sind weggezogen. Unter den ambitiösesten Sucher waren einige Engländer: Cecil J. Rhones und Brüder Harry und Barney Bornat. Sie haben eine Konzession nach der anderen schrittweise gekauft, bis sie zu den Inhabern des größten Teils der Gruben in Kimberley wurden. Im Jahre 1888 gründeten sie die Gesellschaft De Beers consolidated Mines Limited, Vorgänger der Gesellschaft, die auch heute eine sehr wichtige Rolle auf dem Diamantenmarkt spielt.

Die Gesellschaft De Beers hat ein sehr kompliziertes System von vielen Gesellschaften mit gegenseitig gekreuztem Eigentum, die die ganze Industrie von Abkauf des Rohstoffes aus eigenen Gruben sowie aus Gruben anderer Fördergesellschaften, über Verarbeitung bis zu Verkauf umfassen (Diamond Producers Association, die die einzelnen Gruben der Gesellschaft De Beers Consolidated Mines Ltd besitzt. Eine weitere Tochtergesellschaft ist Diamond Corporation, die die Verträge mit Diamantengruben vereinbart, De Beers Centenary AG, Central Selling Organisation und weitere.). Gerade De Beers Centenary besitzt die Rechte, die aufgrund Verträge langzeitig gesichert sind und die den Einkauf von Rohdiamanten aus Förderung in anderen Ländern ermöglichen. Dazu hat sie Beteiligungen in mehr als 1.300 südafrikanischen und internationalen Gesellschaften. Auf diese Weise hat De Beers den weltweiten Markt einschließlich der Produktion der größten Fördergesellschaft Alrosa bis zum Jahr 2001 kontrolliert. Dennoch das Ausschöpfen der südafrikanischen Gruben und Öffnen von weiteren Gruben z.B. in Russland, Kanada oder Australien hat schrittweise ein Ende der Kontrolle dieser Gesellschaft über das ganze Markt gebracht und deswegen hat sie diese Bemühungen im Jahre 2001 offiziell aufgegeben. Trotzdem ist sie bis heute der größte Händler auf dem Markt.